…hat die Welt sich nicht zu drehen aufgehört, erst recht nicht die schnelldrehende Welt der Digitalisierung. Hier eine Sammlung von Entwicklungen des Sommers 2019 zur Wiedereingewöhnung nach einer hoffentlich erholsamen Sommerpause.

Räumt China bald unsere Städte auf?
Wie Pilze schossen sie über den Sommer in allen großen europäischen Städten aus dem Boden: E-Scooter. Bewohner waren schon nach kurzer Zeit so genervt von den überall im Weg liegenden Geräten, dass sie in Seine oder Spree landeten. Eine mögliche Lösung, das Chaos zu einem wertvollen Beitrag zur urbanen Mobilität zu ordnen, stellt ein chinesisches Forschungsteam vor, mit einem KI-Chip namens Tianjic, der menschliches Denken imitiert und ohne menschliche Hilfe ein Fahrrad (oder eben einen E-Scooter) lenkt, wie dieses Video von Now This zeigt – und achtlos abgelegte Vehikel ordentlich an dafür vorgesehenen Orten parken könnte.

Qualitätsmanagement 4.0 unter der Lupe
Qualität ist natürlich eine der wertvollsten, nun ja, Qualitäten überhaupt, erst recht in der industriellen Fertigung. Qualität kann Output optimieren, Kosten minimieren – und Leben retten. Die wachsende Bedeutung von Qualitätsmanagement im Wechselspiel mit technologischen Entwicklungen ist Gegenstand einer neuen Studie der Boston Consulting Group, „Quality 4.0 Takes More than Technology“, in Zusammenarbeit mit der American Society for Quality (ASQ) und der Deutschen Gesellschaft für Qualität (DGQ).

Digitale Produktion ohne 5G?
Seit Vergabe der 5G-Frequenzen wird das Thema von Vergabepraktiken bis Strahlenangst virulent in der Öffentlichkeit diskutiert. Und in der Industrie, wo 5G als wesentliche Voraussetzung für das Vorantreiben neuer Technologien gilt? Laut dieser Studie des Digitalverbandes Bitkom geben rund 50 Prozent von mehr als 500 befragten Industrieunternehmen an, dass die Verfügbarkeit von 5G für sie wichtig sei, aber nur zwei von fünf Unternehmen gehen das Thema aktiv an. Da geht doch noch was.

Vom Kultururlaub zur Digitalisierungskultur
Bei der Urlaubsplanung haben Sie die Wahl, worauf Sie sich an Ihrem Urlaubsziel konzentrieren wollen, auf den Strand oder die Kultur – in Ihrem Unternehmen sollten Sie sich für die Kultur entscheiden. Genauer, für die Digitalisierungskultur. Warum Sie mit Ihren Digitalisierungsplänen ohne entsprechenden Kulturwandel nicht weiterkommen und welche Schritte dazu nötig sind, beschreibt zum Beispiel dieser Beitrag in The Enterprisers Project, einer Community für CIOs, der als weiterführende Lektüre noch ein E-Book von Red Hat zum Thema empfiehlt. Titel: „Teaching An Elephant to Dance“. Fazit: Klingt komplizierter, als es ist.

Generation CDO
Bleiben wir noch kurz beim Thema Digitalisierungskultur: Auch wenn diese von allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern eines Unternehmens gefördert und getragen werden sollte, steht doch eine Rolle dabei im Mittelpunkt – die des Chief Digital Officers. Schon ein paar Monate alt, aber immer noch ein interessanter Einblick in die digitalisierungsbedingte Transformation von Unternehmenskultur ist die Studie „CDO Decoded: The First Wave of Chief Digital Officers Speaks“ der Personalberatung Egon Zehnder.

Versprechen und Wirklichkeit der Zukunft der Arbeit
Im Rahmen des European Forum Alpbach (das seit 1945 alljährlich Menschen aus aller Welt im gleichnamigen Tiroler Bergdorf versammelt, um aktuelle Fragen und Herausforderungen der Zeit zu verhandeln) fand der österreichische Soziologe Jörg Flecker deutliche Worte mit seiner (u.a. im österreichischen Industriemagazin zitierten) Kritik, Industrie 4.0 stelle vor allem Technik und Rendite in den Vordergrund und nicht den Menschen: „Das große Versprechen der Industrie 4.0 war seit Anbeginn der Diskussion, dass der Mensch für kreative Fähigkeiten frei wird, weil ihm die Maschinen und Computer die eintönigen Arbeiten abnehmen“, so Flecker. Dieses Versprechen sei aber nie eingelöst worden. „Das passiert auch nicht von selbst, sondern es muss bewusste Entscheidungen geben, dass die einzelnen Menschen tatsächlich interessantere Aufgaben bekommen“. Dem stimmen wir zu. Und genau deshalb betonen wir immer wieder und auch an dieser Stelle gern noch einmal: Die Zukunft der Produktion funktioniert nur, wenn der Mensch im Mittelpunkt steht.

Die Zukunft hinter Zeit und Raum
Und noch etwas betonen wir bei Germanedge gern: Die Zukunft ist etwas, das wir Menschen aktiv gestalten. Deshalb blicken wir auch so gern nach vorn, und deshalb möchten wir abschließend die Lektüre des Beitrags „Von Dingen, die im Weltraum gefunden werden“ im Onlinemagazin Telepolis empfehlen, der sich aus Anlass des fünfzigsten Jubiläums der Mondlandung im Juli 2019 spekulativ mit der Frage beschäftigt, was uns Menschen erwartet, wenn wir immer weiter den Weltraum erforschen.